Lisboa (Lissabon)

Einwohner:

System:
Eröffnung:
Spurweite:
Streckenlänge:

Betreiber:
Fahrzeuge (Linie):
Fahrzeuge (CarrisTur):
Linienanzahl:
Linienlänge:
517.800

Straßenbahn
31.08.1901
900 mm
25,0 km

► Carris
49 (39 Carris/Kiepe Remodelado, ► 10 DUEWAG/Siemens GT6-70D/N)
6 Carris/Kiepe Remodelado
5 (12, 15, 18, 25, 28)
31,1 km

Eléctrico 28
Was nicht im Reiseführer steht

Es war der letzte Abend unseres Lissabon-Urlaubes und noch viel zu früh um sich auf das Hotelzimmer zurückzuziehen. Also nicht lange überlegt und die nächste Haltestelle der Straßenbahnlinie 28 aufgesucht.
Dass die Lissabonner Straßenbahn nicht immer ihren Fahrplan einhält, dürfte bekannt sein, weshalb wir uns den Blick auf den Fahrplan sparten.
Einige Zeit später kam sie dann: Ein zweiachsiger Wagen, wie er auf allen Bergstrecken noch immer anzutreffen ist.
Kaum hatten wir die Bahn erklommen, als sie sich auch schon in Bewegung setzte. Die Steilstrecke zur Oberstadt mit der darauf folgenden S-Kurve wurde schneller als mit der sonst üblichen Schrittgeschwindigkeit befahren. Überhaupt wurde zügiger gefahren als man es tagsüber von der Touristenlinie gewohnt war. Fahrgästen, die zwischen zwei Haltestellen nach der Bahn winkten, wurde nur freundlich zurück gewunken. An der Endhaltestelle Cemitério dos Prazeres auszusteigen um noch ein Abschiedsfoto zu schießen, stellte sich schnell als Fehler heraus, da sich der Wagen gleich wieder auf den Weg in Richtung Innenstadt machte.
Ein Blick auf den Fahrplan kündigte die nächste Bahn in nur 10 Minuten an. Es sollten jedoch zwanzig werden, bis sich eine Bahn der Endhaltestelle näherte. Dem Fahrer dieser Bahn war es offensichtlich nicht gelungen seine Verspätung bis zur Endhaltestelle aufzuholen, so dass auch er nur die neuen Fahrgäste - uns - an Bord nahm und seine Fahrt augenblicklich fortsetzte.
Auf den Geraden gab der Wagen sein bestes. Erdreißtete sich ein Fahrgast der Bahn zu winken, so wurde aus der Beschleunigung eine kräftige Bremsung, welche den Wagen punktgenau in die nächste Haltestelle rutschen ließ. Die Fahrt erinnerte an eine Wilde-Maus-Achterbahn, da die Strecke viele zum Teil enge Kurven aufweist, für die nicht stärker als unbedingt nötig abgebremst wurde.
Kurz darauf waren wir auch schon wieder in der Unterstadt, wo wir die Bahn gegen einen Bus tauschten, der uns zum Hotel brachte.
Wer sich also das Schlangestehen für einen der begehrten Plätze in einem Eléctrico der Linie 28 ersparen möchte, dem sei eine Fahrt am frühen Abend nahe gelegt. Die zahlreichen Lissabonner Plätze und Denkmäler sind Nachts beleuchtet, weshalb die Stadt bei Nacht mindestens genauso reizvoll ist wie am Tage.

Themenseite: ► Versuch einer Rekonstruktion des Streckennetzes 1960 - 2010

Literatur:

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